Meine persönliche Erfahrung gleich mal vorweg: Kaum. Mein Lernen hat sich hat sich nicht wirklich durch das Web 2.0 verändert. Klar gibt es gute Ansätze solcher Seiten wie die schon mal von mir vorgestellten Projekte smart.fm oder paukr.de wobei nur ersteres wirklich das Potential hat das Lernen an sich zu verändern, doch noch fehlen die deutschen Inhalte und eine deutsche Community. Die zweite Seite stellt sich bei genauerem Hinsehen als eine Art Wikipedia Klon speziell für Schüler/Lehrer heraus. Doch Grundsätzlich hab ich noch keine Web 2.0 Seite gefunden die mein Lernen entscheidend verändert hätte.
Foto von MichaelRiedel
Für mich bedeutet Lernen das langfristige Aneignen von Wissen mit einem klarem Ziel. Alles andere fällt für mich in die Kategorie Informationsbeschaffung. Klar Gemeinschaftsprojekte wie Wikipedia oder Online-Foren haben die Art wie ich an Informationen komme entscheidend verändert doch mein Lernen an sich nicht.
Durch das Web 2.0 ist es mir möglich innerhalb kürzester Zeit an genau die Informationen zu kommen die ich gerade benötige. Kurz gegoogelt und die benötigte Information wird mir auf einem Silbertablett angeboten. Und wenn sich mir beim Lernen oder Lösen einer Aufgabe ein Problem auftut genügt ein Eintrag in einem themenverwandten Forum und innerhalb kürzester Zeit postet jemand die gesuchten Lösung.
Mein Hang zu Zettel und Kulli
Dennoch lerne ich am liebsten Offline. Mit Stift, College-Block und einem Buch ausgestattet. Nur bei speziellen Problemen gehe ich Online und suche mir im Internet Hilfe. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Am PC ist alles nur einen Klick entfernt. Ich erwische mich zu oft selbst wie ich doch “nur mal kurz” meine E-Mails checke oder nach schaue was auf meinen Lieblingsblogs so passiert, obwohl ich doch etwas wichtiges zu erledigen hätte. Die Gefahr abgelenkt zu werden ist am PC ungleich höher als wenn man an einem leerem Schreibtisch nur mit Papier, Stift und Buch ausgestattet sitzt.
Zudem lerne ich besser Dinge dich ich selbst geschrieben hat und das geht handschriftlich einfach effektiver und schneller. Besonders weil es mir egal ist wie ordentlich diese Lernmitschriebe sind, da ich sie sowieso nach dem Lernen ungelesen wieder wegschmeiße. Mir geht es hierbei nur um das geschrieben haben und nicht darum das ganze später nochmal durchlesen zu können. Zudem bin ich mir gerade unsicher ob diese Lernmethode mit computergetippten genauso gut funktionieren würde wie mit handgeschriebenen Aufzeichnungen. Ehrlich gesagt hab ich das noch nie ausprobiert, weil bei mir vorm PC kein Platz ist für einen Collegeblock.
Noch fehlt der Rote Faden
Ein weiteres Problem mit dem Lernen im Web 2.0 ist sicherlich das hohe Maß an Selbständigkeit das benötigt wird. Den meisten Web 2.0 Lernkonzepten fehlt der rote Faden und der Lernwillige muss sehr genau wissen wonach er eigentlich sucht. Ein Schulbuch hingegen hat ein klares Konzept und wenn man das Buch von vorne bis hinten durcharbeitet hat man zumindest schon mal sicher einen guten Überblick über das jeweilige Thema. Will man sich beispielsweise über das Thema Quantenphysik informieren und lernt mit einem Buch wird man wie selbstverständlich nacheinander auf die Themen: Wellen, Elektromagnetismus, Doppelspalt, Photoelektrischer Effekt usw. stoßen. Im Internet muss man selbst herausfinden, dass eben jenes Doppelspalt Experiment oder der eben genannte Photoelektrische Effekt eine entscheidende Rolle zum Verständnis der Quantenmechanik liefern.
Gemeinsames Lernen als Möglichkeit
Eine Möglichkeit, das Lernen entscheidend zu verändert würde sich meiner Meinung nach jedoch durchaus in der möglichen Kollaboration mit anderen Schülern/Studenten/Lernwilligen über das Internet bieten. Ich hab hier auf meinem Blog schon einmal eine solche Homepage vorgestellt auf der man gemeinsam mit anderen Ideen oder Konzepte erarbeiten und austauschen kann. Jedoch hab ich im Moment als Zivildienstleistender keine Möglichkeit das Ganze ernsthaft auszuprobieren. Probleme mit anderen Studenten könnten mithilfe solcher Angebote sehr einfach und effektiv gelöst werden. Beispielsweise könnten ganze Lerngruppen ins Internet verlagert werden oder auch nur gemeinsam Hausaufgaben erledigt werden. Ich bin jedenfalls gespannt wie ich das ganze Während meines Studium werde einsetzen können und welche neuen Angebote auftauchen werden. Potential gibt es durchaus, doch noch fehlen die wirklich guten Projekte.
Dieser Post ist ein Beitrag zum Blog Karneval von elearning2null.

Posted in 


nice post
Hi.