Warum Geld auch das Internet regiert

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Alles, aber auch wirklich alles im Internet wird von niemanden als vom Geld regiert. Als Internet Anfänger surfte ich einst selbst blauäugig durch die Weiten des Internets und freute mich wieviele nette Menschen es doch da draussen gibt. So viel! So schön! Und das alles kostenlos? Vor ca.10 Jahren mag das noch anders gewesen sein aber heutzutage gibt es nahezu keine Website mehr ohne Werbung. Ich glaubte selbst bis vor kurzen den Aussagen wie:

“Die Einnahmen durch die Werbung decken nur die Server/Domain-Kosten, wenn überhaupt.”

Foto von AMagill

Alles Bullshit! Jeder der um ihre Aufmerksamkeit buhlt will mit ihnen Geld verdienen.

Wer am lautesten schreit …

Henry Ford hat einmal gesagt:

„Enten legen ihre Eier in Stille. Hühner gackern dabei wie verrückt. Was ist die Folge? Alle Welt ißt Hühnereier.“

Was bei Eiern funktioniert auch bei Waschmaschinen und Büchern. Wer am lautesten schreit wird beachtet. Im Internet bedeutet Aufmersamkeit = Geld. Alles Gelaber von wegen Internet Ethik, kostenlos Kultur ist hoffnungslos überholt. Jeder will im Internet Geld verdienen. Sei es offensichtlich oder versteckt. Den meisten dürfte klar sein, dass Google keineswegs selbstlos ist und ihnen die beste Suche weit und breit kostenlos zur Verfügung stellt um ihnen eine Freude zu machen. Google finanziert sich über Werbung und dadurch, dass es Werber und Werbeplatzsuchende zusammenbringt. Keiner der wirklich Grossen im Internet ist selbstlos und schenkt ihnen etwas. Es ist immer ein geben und nehmen. Sie schenken den Websites Aufmerksamkeit und die Websites geben ihnen was sie suchen.

So funktioniert Werbung im Internet

Beim Fernsehen ist das ganze offensichtlicher. Sie bekommen zwar kostenlos die Blogbuster am Sonntag Abend auf Pro7 zu sehen, als Gegenleistung schenken sie Pro7 -bzw den Werbeblöcken- ihre Aufmerksamkeit. Und da im Internet die Werbung viel genauer auf ihre Interessen abgestimmt werden kann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie sich für die Werbung interessieren. Und sobald sie sich für eine Werbung interessieren gewinnt der Website Betreiber genauso wie der Anzeigenersteller. Für jede Bestellung im Internet, die sie aufgrund eine Werbung auf einer anderen Homepage tätigen, bekommt der Werber eine Provision. Auch wenn sie nicht direkt nach dem Klick auf das Werbebanner etwas bestellen sondern etliche Wochen danach. Durch den Klick auf den Werbebanner wird ein sogenannter “Cookie” auf ihrem PC gespeichert der bei der Bestellung signalisiert wer sie geworben hat.

Somit ist es möglich, dass eine Homepage mit “nur” 100000 Besuchern im Monat dennoch 4000Euro verdient. Eben weil die Werbung so gut auf die Besucher abgestimmt ist. Marktführer in diesem Gebiet ist natürlich Google.

Alles kein Problem! Oder…?

Das ganze an sich klingt vielleicht nicht schlecht, birgt es aber doch eine riesige Problematik. Gut. Sie besuchen eine Homepage. Diese versorgt sie mit dem was sie suchen. Und als Gegenleistung schenken sie ihre Aufmerksamkeit von der sie noch gar nicht wussten wie wertvoll sie ist. Sie werden nur über die Produkte informiert die sie wirklich interessieren und müssen nicht an der spannensten Stelle von Harry Potter Teil 4 Autowerbung Nummer 7 ertragen obwohl sie doch schon 2 haben. Und für mehr das Geld sowieso nicht reicht. Der blöde Fernseher weiß das nicht. Wohl aber die Websiten die sie besuchen. Nur wenn sie auf Seiten sind die sich mit Autos beschäftigen bekommen sie Auto-Werbung zu sehn. Und wo ist da bitte das Problem? Alle glücklich oder?

Das grosse Problem ist, dass sie niemandem mehr trauen können. Ein einziger Klick kann 10 Euro wert sein. So ist es nu zu logisch, dass die Seitenbetreiber alles daran setzen sie zum klicken zu bewegen. Das muss nicht wie früher aufdringlich mit Pop-Ups funktionieren, sondern geschieht mitlerweile viel subtiler.

Als Musterbeispiel der Internetfreiheit gelten weithin die Internet-Blogs. Jeder kann schreiben. Veröffentlichen. Meinung kundtun. Für seine Stimme Zuhörer zu gewinnen ist so einfach wie nie. Ein Blog ist in wenigen Minuten installiert. Und sobald er installiert ist kann jeder mit Internetanschluss, überall auf der Welt, ihre Meinung lesen. Das ist gut so, unheimlich interesannt und wird unsere Kultur sicher weiter bringen. Doch sind auch die Blogger keineswegs frei in ihrer Meinung. Wie alles andere im Internet werden sie vom Geld regiert. Wer das nicht glaubt  und der Meinung ist, dass sich doch mit so ein bischen Werbung niemals  soo viel Geld verdienen lässt sollte mal hier vorbeisurfen: Einnahmen von 13 deutschsprachigen Blogs im Dezember 2009. Selbst kleine Blogs verdinen über 100€. Alles Peanuts? Gemessen an den Besucherzahlen ganz sicher nicht. Bei dieser Umfrage geben nur wenige kleine Blogs ihre Einnahmen preis. Allerdings lässt sich mit diesen Zahlen leicht hochrechenen wieviel ein wirklicher Top-Blog verdient.

Mantraartig wird in der Blogosphäre wiederholt:

“Die Blogospähre lebt von Backlinks”

Klar ist das so. Doch nur solange Links nicht käuflich sind. Sind sie leider doch. Womit wir beim Problem wären. Wem können sie noch trauen? Beispielsweise ein Blogger empfiehlt ihnen ein Buch. Meint er das nun ernst? Oder empfiehlt er das Buch nur weil er die Provision abgreifen will wenn ich mir das Buch bei Amazon bestelle? Wir müssen anfangen zu begreifen, dass jede Website käuflich ist. Werbung ist nicht immer offensichtlich. Um auf Henry Ford zurückzukommen: nicht jeder heutzutage gackert laut um Aufmerksamkeit. In Zeiten in denen die meisten für Werbung abgestumpft sind und diese schlicht und ergreifend ignorieren muss Werbung logischerweise subtil sein.

In diesem Sinne: Bleiben sie Wachsam!

2 Gedanken zu „Warum Geld auch das Internet regiert

  1. Igor

    Ich kann nichts schlimmes daran finden Geld mit dem eigenen Blog zu verdienen. Warum auch? Nur zwischen 15,- Euro Einnahmen und 2000,- im Monat gibt es schon einen Unterschied. Und zusätzliche Steuereinnahmen gibt es für den Staat dann doch auch.

    Igor

  2. Sami

    Hey kannst du mir einige Quellen empfehlen mit mehr Information über dieses Thema? Egal ob du jetzt dabei eine Provision abstaubst oder nicht.^^

    Ich würd meine Facharbeit in Sozialwissenschaften gern über dieses Thema schreiben.

    Grüße

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